Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
zuletzt aktualisiert am 9.9.2017

Schreiben & Belletristisches

Ergänzende Informationen von sonstigen AutorInnen
»Willst du etwas wissen, so frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten.«
(Chinesisches Sprichwort)

Informationen von Psychiatrie-Erfahrenen und Psychiatriebetroffenen

  • Coelho, Paulo: Veronika beschließt zu sterben. Roman des brasilianischen Psychiatrie-Betroffenen Coelho von 2000 über die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will und erst angesichts des Todes entdeckt, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert

  • Frame, Janet: Ein Engel an meiner Tafel. Autobiographischer, unter gleichem Titel verfilmter Roman von 1996. Kindheit, Jugend, versuchte Selbsttötung, Psychiatrie, anstehende Lobotomie, Literaturpreis...

  • Frame, Janet: Wenn Eulen schrein. Roman von 1988 (Suhrkamp Verlag). Poetisch erzählte Geschichte eines ›schizophrenen‹ Mädchens

  • Glauser, Friedrich: Matto regiert. 1936 original erschienener Kriminalroman spielt in der Anstalt, geschrieben von einem, der am eigenen Leib erfahren hat, wie es in der Psychiatrie zugeht. Zugrundeliegendes Motiv ist die Manipulierbarkeit in der Psychoanalyse

  • Hölderlin, Friedrich: Hyperion. Elegischer Briefroman (original 1797 – 1799) über Normalität, Freiheit, Liebe, Freundschaft und die Gefahr, bei deren Realisierung an der herrschenden Normalität zu zerbrechen

  • Konrad, Susanne: Camilles Schatten. Autobiographisch orientierter Roman über die Grenzen der Normalität, die erfolgreiche Klinikärztin Birgit Schindler mit ihrer Diagnose Psychose und ihren Schwierigkeiten, sich auf der Seite der Patienten wiederzufinden, wo sie doch gewohnt ist, selbst Diagnosen zu stellen

  • Lowry, Robert: Lebendig begraben. Stark an der eigenen Biographie angelegter Roman des 1952 in den USA aus nichtigem Anlass psychiatrisierten und mit Elektroschocks behandelten Schriftstellers Lowry (Fischer-Taschenbuch von 2000)

  • Mehr, Mariella: Zeus oder der Zwillingston. Bitterböser Roman von 1994 über Zeus, der sich, seiner vieltausendjährigen Unsterblichkeit überdrüssig, in die Anstalt einliefern lässt, wo psychiatrisch Tätige mit »Stromstößchen und Eispickelchen« das Land von »Degenerierten« säubern wollen

  • Peitz, Gangolf: Schreiben als alternative Therapie – Gedichte schreiben als Selbsttherapie und Entspannungsform. Bericht der AG von der BPE-Jahrestagung in Kassel, 9. bis11. September 2005

  • Peitz, Gangolf: ALLE AUGEN ZÄHLEN - Für alle Anderen. Und Alle. Büchlein zum Thema Anderssein, u.a. merkwürdiges Ehren und Mahnen in Deutschland, von der "Euthanasie", von Vergessenen, Bedrängten, Benachteiligten... Über Krankes und Verrücktes, zum Alleinsein etc.

  • Peitz, Gangolf: KALEIDOSKOP. Taschenbuch mit 100 Gedichten, geschrieben aus dem Krankenhaus in schwieriger Zeit

  • Pirsig, Robert: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten. In dem fesselnden Roman des Psychiatrie-Überlebenden Pirsig rekonstruiert die Hauptfigur während einer Motorradreise durch die USA ihre durch Elektroschocks ausgelöschte Identität. Taschenbuch von 1978

  • Plath, Sylvia: Die Glasglocke. Autobiographisch gefärbter Roman der amerikanischen Dichterin, in dem sie eine Kunstwelt und gleichzeitig einen Schlüssel zum Verständnis ihres eigenen Lebens und Sterbens schafft

  • von Trotha, Thilo: Die Kampfschrift und das Schreibspiel. Betrachtungen zu Kerstin Kempkers Buch »Teure Verständnislosigkeit – Die Sprache der Verrücktheit und die Entgegnung der Psychiatrie«

Ergänzende Informationen von sonstigen Autorinnen und Autoren

  • Ambjörnsen, Ingvar: Blutsbrüder. Unterhaltsamer Roman (1999) aus dem Psychiatriemilieu, frei von Stigmatisierungen und diffamierenden Krankheitsbegriffen, über Elling und seinen Zimmergenossen Kjell Bjarne, die alleine in eine Drei-Zimmer-Wohnung ziehen und das richtige Leben draußen erproben sollen ...

  • Ambjörnsen, Ingvar: Ententanz. Schelmenhafter Roman von 1996 über Elling, einen alleine lebenden Frührentner in Oslo, der sich im Bett einer Anstalt wiederfindet, seine Mitmenschen jedoch weiterhin seiner eigenen Logik unterwirft.

  • Antunes, António Lobo: Elefantengedächtnis. Autobiographischer Roman über einen Tag im Leben eines Psychiaters in Lissabon, seine sinnlose und menschenunwürdige Arbeit in der Anstalt Miguel Bombarda usw. (Luchterhand Literaturverlag 2004)

  • Antunes, António Lobo: Einblick in die Hölle. Ein Roman. Während einer Fahrt von der Algarve nach Lissabon reflektiert der portugiesische Psychiater Antunes voller Selbstverachtung darüber, was mit ihm selbst – der doch einen vernünftigen Beruf erlernen wollte – passiert ist, dass er dann einem System gedient hat, das Psychiatriebetroffene wie Tiere behandle, ihnen jede Würde nehme und sie mit Elektroschocks und Psychopharmaka ruhigstelle (2003)

  • Augustin, Ernst: Raumlicht. Der Fall Evelyne B. Bei Suhrkamp erschienenr Roman eines Psychiaters über die Heilung einer ›Schizophrenie‹ (original 1976)

  • Bachmann, Ingeborg: Der Fall Franza. Roman aus dem Zyklus »Todesarten«. Franza flieht aus der mörderischen Ehe mit einem Wiener Psychiater, »der ohne Interpretation keinen Satz durchgehen ließ«, in die Wüste, »die große Gummizelle aus Himmel, Licht und Sand«. Neuauflage 2004

  • Blanc, Louis: Im Reich des Schlafs. Romansatire auf Wissenschaft und Pharmaindustrie: Odyssee eines genialen Schlummerforschers, der schlafgestörte Menschen von Pharmaka entwöhnen will. Fischer-Taschenbuch von 1995

  • Callesen, Gyde: Maya mein Mädchen. Roman. Maya, mein Mädchen erzählt von einer jungen Frau, die ihrer eigenen Geschichte auf der Spur ist und verzweifelt um ihre Identität kämpft. Sie ist eine Grenzgängerin, unterwegs an Grenzen zwischen Leben und Tod, zwischen Traum und Wirklichkeit. Buch aus dem Wiesenburg Verlag von 2003

  • Cechov, Anton: Krankenzimmer Nr. 6. »Nr. 6« (original 1892) handelt vom Moskauer Chefpsychiater Ragin, der in dem zwangsuntergebrachten "Geisteskranken" Gromov den einzigen vernünftigen Gesprächspartner erkennt, weshalb man Ragin ebenfalls übel mitspielt

  • Diderot, Denis: Rameaus Neffe. DIderot zeigt auf unterhaltsame und ironische Weise die Überlegenheit eines Menschen auf, der von der ›vernünftigen‹ Gesellschaft für irre gehalten wird und sich prompt diesen Erwartungen gemäß verhält: ein Eulenspiegel der frühen Moderne (Buch von 1991, original 1762)

  • Dostojewskij, Fjodor: Der Idiot. Taschenbuch von 1976 über eine Figur, die aufgrund ihrer Ehrlichkeit und emotionalen Direktheit für einen Idioten gehalten wird, in Wirklichkeit aber die für Dostojewskij wahren Werte der Menschlichkeit und Liebe repräsentiert (original 1868/69)

  • Erasmus von Rotterdam: Das Lob der Torheit. Ironische Auseinandersetzung (original 1509) mit der alltäglichen Beschränktheit der aufkommenden Vernunft der Neuzeit (1992 erschienenes Buch)

  • Green, Hannah: Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen. Bericht einer Heilung. Märchen von einer Psychiaterin, die sich mit einer ›Schizophrenen‹ einfühlsam auseinandersetzt

  • Huxley, Aldous: Schöne neue Welt. Ein Roman der Zukunft. Original 1932. Psychoanalytisch genormt stellen sich die Menschen mit dem Tranquilizer ›Soma‹ ruhig, Individualismus gilt als asozial. Taschenbuch von 1981

  • Huxley, Aldous: Wiedersehen mit der Schönen neuen Welt. Vergleich der Utopien von damals mit der Realität der 50er Jahre. (original 1959), einschließlich des Vergleichs seiner Droge »Soma« mit dem Neuroleptika-Prototyp Chlorpromazin. Taschenbuch von 1998 (vergriffen)

  • Kesey, Ken: Einer flog über das Kuckucksnest. Dramatischer und durch seine erfolgreiche Verfilmung weltweit bekannt gewordener Psychiatrieroman von 1982

  • Kleen, Martin: Psychiatrie. Spannender Krimi über massive illegale Versuche einer Pharmafirma (Buch von 2007)

  • Koehler, Karl: Gumpelmann. Eine psychiatrische Groteske. Insider-Roman von 2004 über illegale Psychopharmakaversuche, Sex und Mobbing unter Psychiatern, geschrieben von einem (ehemaligen) Professor für Sozialpsychiatrie an der Universitätsklinik Bonn

  • Lem, Stanislaw: Der futurologische Kongreß . Tragikomischer phantastischer Roman, spielt im Zeitalter der Psychemie und Pharmakokratie, der Beeinflussung aller Sinneswahrnehmungen durch chemische Mittel, die die gesamte menschliche Existenz durchdringen, so dass die erbärmliche Wirklichkeit hinter dem psychopharmakologisch erzeugten schönen Schein verschwindet und keine Wirklichkeit mehr existiert, die nicht chemisch manipuliert wäre (1971 erschienener Science-Fiction-Roman)

  • Piercy, Marge: Frau am Abgrund der Zeit. Spannender Science Fiction mit antipsychiatrischer, pazifistischer und ökologischer Grundhaltung (Argument Verlag 1976)

  • Pusch, Luise (Hg.): Handbuch für Wahnsinnsfrauen. Essayistisches, Prosa, Lyrik und Theoretisches einiger der »Wahnsinnsfrauen« sowie anderer besonderer Frauen, quer durch die Jahrhunderte, zum Beispiel Ingeborg Bachmann, Djuna Barnes, Hildegard von Bingen, Carson McCullers, Irmgard Keun, Sylvia Plath, Nelly Sachs, Sappho, Simone Weil, Virginia Woolf, Unica Zürn. (Vergriffenes) Taschenbuch von 1994

  • Rengen, John / Nollmeyer, Olaf: Rubio spuckt's aus. A Story from a Pharma-Insider. Als Fiktion verpackte Geschichte eines schwedischen Pharmamanagers, der mit skrupellosen Bestechungen von Ärzten, Gutachtern und Regierungsvertretern rasant Karriere machte und Details der globalen, schmutzigen und effektiven Pharmageschäfte preisgibt (Buch im trafo verlag 2006)

  • Schoen, Stephen: Greenacres. Therapieroman (Peter Hammer Verlag 2002. Als der neunzehnjährige Rick sich gegen den Willen seiner Eltern als Pazifist engagiert und so mit dem Gesetz in Konflikt gerät, bewirkt seine Mutter einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik unter dem Vorwand, verschiedene psychologische Tests an ihm durchführen zu lassen..... Schilderung des Beginns des Dramas und seines weiteren Verlaufs

  • Self, Will: Die Quantitätstheorie des Irrsinns. Sechs Satiren auf die moderne Gesellschaft, in denen die Grenzen zwischen Absurdem und Banalem, zwischen Normalität und Wahnsinn verschwimmen (Taschenbuch von 1999)

  • Shem, Samuel: Mount Misery. Systematische Kritik an der Psychiatrie in Romanform, kurzweilig geschrieben von einem ausgestiegenen US-Psychiater. Über Tabus wie z.B. Selbsttötungen von Psychiatern und ›Patienten‹, sexuellen Missbrauch, Abhängigkeit von Pharmafirmen und Psychodrogen, Diagnosenschwindel, Narzissmus von TherapeutInnen u.v.m.

  • Sokolow, Sascha: Die Schule der Dummen. Roman über einen Jugendlichen, der angeblich an Schizophrenie leidet, in eine Sonderschule gesteckt wird und durch eine verständnisvolle Beziehung mit seinem Geographielehrer Hilfe und Unterstützung findet (Suhrkamp)