aus: Sozialpsychiatrische Informationen, 25. Jg. (1995), Nr. 4
   

Pierre Heinecke
Verein Psychiatrie-Erfahrener Hannover e.V.

Antworten auf Fragen zur Qualitätsverbesserung der Psychiatrie

Zu 1: Was ist Qualität in der Psychiatrie? – Unter Qualität in der Psychiatrie verstehe ich, dass das gesamte Personal (Ärzte, Pfleger, Schwestern) besonders verantwortungsbewusst ist, da sonst die psychische Erkrankung kein Ende nimmt – und, dass die Patienten einen eigenen Willen haben (sollten/dürfen), sich aus der unglücklichen Lage zu befreien.

Zu 2: Wie kann die Qualität der Psychiatrischen Versorgung erfasst werden? – Sie kann überprüft werden durch häufige Anwesenheit in verschiedenen Gremien der Stadt, weiterhin auch durch häufiges Befragen der Patienten und durch Ordnung in der Verwaltung.

Zu 3: Wie kann die Qualität gesichert werden? – Gesichert werden kann sie durch gute Verbindung zwischen dem Personal des Krankenhauses, insbesondere wenn zwischen den Ärzten und den Politikern gute Verbindungen bestehen, damit Missstände schnell beseitigt werden können.

Zu 4:

Was fehlt zur Durchführung einer qualitativ guten Psychiatrie? – Es fehlt vielleicht eine gewisse Beweglichkeit, denn Änderungen brauchen oft Jahre und noch länger. Ebenso fehlt vielleicht eine bessere Einstellung der öffentlichen Medien und der Menschen, wenn sie über das Thema »Psychiatrie« sprechen.

Zu 5: Was ist überflüssig in der jetzigen Psychiatrie? – Ich bin der Meinung, die Großkrankenhäuser, draußen vor der Stadt, sind überflüssig. Wir Patienten möchten gerne Ausgang haben, wollen in der Stadt einkaufen. Auch finde ich, dass im Alltag auf der Station zu viele gutgemeinte Aktivitäten – z.B. Musiktherapie, Ton-, Peddigrohr- und Papierarbeiten sowie Maltherapie – nicht allzu gut sind. Häufig werden dann von Patienten Ausflüchte erfunden, um dort zu fehlen! Ein Teil der Aktivitäten fällt meist ohnehin ins Wasser.