Justice for Pedro – Aufklärung und Solidarität nach schwerem Polizeieinsatz

Schwarz-weiße Porträtillustration von Pedro in abstrahiertem Tusche-Stil
Illustration von Pedro (KI-gestützt, nach Fotovorlage).

Seitens des BPE-Vorstand möchten wir auf die Initiative Justice for Pedro (Link am Fuße dieser Nachricht) hinweisen:

Pedro ist ein weiterer erschütternder Fall eines Menschen mit Migrationsgeschichte, der sich in einer psychischen Krise befand und im Kontakt mit Polizei und Rettungsstrukturen schwerste Gewalt erfahren hat. Nach Darstellung der Initiative war Pedro über längere Zeit ansprechbar und friedlich. Trotzdem eskalierte die Situation im Rahmen eines Polizeieinsatzes. Pedro musste anschließend 23 Minuten reanimiert werden und liegt seitdem im Koma.

Der Fall erinnert an andere Fälle, die uns als BPE seit Jahren beschäftigen: an William Tonou-Mbobda, der in einer psychiatrischen Einrichtung Hilfe suchte und nach einer gewaltsamen Fixierung durch Sicherheitskräfte starb; und an Aman Alizada, der in Stade (Niedersachsen) während eines Polizeieinsatzes erschossen wurde. Auch dort wurden Gewaltanwendungen im Nachhinein gerechtfertigt, Verfahren eingestellt oder Verantwortlichkeiten so verschoben, dass am Ende kaum Aufklärung stattfand.

Menschen in psychischen Ausnahmesituationen werden schnell als Gefahr gelesen, besonders wenn Rassismus, Migrationserfahrung und institutionelle Gewalt zusammenkommen. Statt Schutz, Beziehung und Deeskalation erfahren Betroffene dann stattdessen Kontrolle, Zwangs- und Gewaltanwendung. Danach beginnt oft eine zweite Ebene der Gewalt: die öffentliche Rechtfertigung, die Verharmlosung und das Verschwindenlassen der Betroffenenperspektive.

Die Initiative Justice for Pedro sammelt Informationen zum Fall, dokumentiert Widersprüche zur bisherigen Darstellung und zeigt Möglichkeiten zur Unterstützung. Wir möchten dazu ermutigen, sich zu informieren, die Initiative sichtbar zu machen und sich an den Unterstützungsaktionen solidarisch zu beteiligen.