Nachgang Buchvorstellung “Kreativ und Mutig”

Am 31. März 2022 von 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr stellte Susanne Konrad online beim BPE-Kulturnetzwerk, 11 Personen, ihre neue Veröffentlichung „Kreativ und mutig. Der Weg zum eigenen Buch trotz psychischer Belastungen“ (Antheum Verlag, 2022, 12 Euro) vor und lud ein ins Gespräch zu kommen.
Der Weg zum eigenen Buch erweist sich gerade bei psychischen Krisen und Krankheiten oftmals als steinig: Seelische Verstimmungen lähmen das Schreiben, die Texte geraten zu ichbezogen und negativ und bei Verlegern und Agenten hat man schlechtere Karten. Der Blick von innen eröffnet hier eine Chance für neue Perspektiven und hilft, Erfahrungen mit dem Schreiben und Veröffentlichen besser einordnen zu können. (S.K.)
Eine wundervolle, runde Veranstaltung mit einem guten Verhältnis von zuhören und austauschen. Immer wieder ist es eine feinfühlige Aufgabe den Zuhörer, online wie offline, mit zu nehmen. Das ist uns richtig gut gelungen! (S.H.)
Herzlichst
Silvia Hoffmann und Susanne Konrad

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Rote Laterne bei den Menschenrechten in der Zwangspsychiatrie

 

An die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen
Frau Claudia Bernhard
Contrescarpe 72
28195 Bremen

O F F E N E R    B R I E F

Sehr geehrte Frau Senatorin Bernhard,

Das Land Bremen ist mit 235 Zwangseinweisungen nach PsychKG pro 100.000 Einwohner pro Jahr einsamer Spitzenreiter unter allen Bundesländern. Bremen hat jährlich 10,4 mal so viele Zwangseinweisungen nach Landesgesetzgebung (PsychKG) wie Sachsen (Inzidenz-Zahlen wie bei Corona: pro 100.000 Einwohner). 2014 wurden zwangseingewiesen (neuere Zahlen wurden vom Bundamt für Justiz leider nicht veröffenltich):
Bremen  235,1
Schleswig-Holstein 213,5; Hamburg 188,2; Hessen 185,5; Nordrhein-Westfalen134,3; Niedersachsen 109,5; Bayern 103; Sachsen-Anhalt 89,5; Rheinland-Pfalz 88,5; Saarland 87,4; Berlin 77; Mecklenburg-Vorpommern 75,9; Thüringen 47,3; Brandenburg 42; Baden-Württemberg 35;
Sachsen 20,6

Der Psychiatriereferent von Bremen, Jörg Utschakowski, fragt, was von Bremen auf die Bundesebene übertragbar sei. Dabei müsste aber Bremen zuerst eine tatsächliche Reform der Psychiatrie bewerkstelligen, indem das Land Bremen mit seiner Gesetzgebungs-Kompetenz den Zwang in der Psychiatrie abschafft, z.B. indem im PsychKG UN-BRK-konform alle Zwangs- und Gewaltelemente gestrichen werden.  Vergleichszahlen aus anderen Bundesländern siehe oben!

Aber dieses politische Projekt trauen Sie sich offenbar nicht anzupacken. Auf den Brief mit dem Angebot von dem BPE und die-BPE gemeinsam mit Ihnen eine Tagung Gewaltfreie Psychiatrie! zu planen und zu organisieren wurde seit dem 18. September trotz Erinnerung bis zum 18.11. nicht geantwortet. Martin Zinkler als neuen Chefarzt der Psychiatrie ins Zentralkrankenhaus Bremen Ost zu holen, kann dann nur noch so verstanden werden, dass er nach Bremen geholt wurde, um ihn als ein Feigenblatt vorzuzeigen, aber gleichzeitig dessen wegweisendes Konzept einer gewaltfreien Psychiatrie zu ignorieren. Das bitte hier nachlesen . Dabei hatte die Partei DIE LINKE in den drei vergangenen Bundestagswahlprogrammen 2013, 2017, 2021 folgendes versprochen: „Rechtliche Diskriminierung, insbesondere über psychiatrische Sondergesetze und ärztliche oder betreuungsrechtliche Zwangsbefugnisse, ist aufzuheben.“

Alles nur Heuchelei. Denn wenn´s drauf ankommt, dann wird immer nur links geblinkt, um dann rechts abzubiegen, alles nur Täuschung der WählerInnen, Schaufensterdokoration, um alles weiter so Menschenrechte verachtend zu belassen, wie es ist. So haben Sie als  Gesundheitssenatorin in einem Brief vom 18.11.2021 zwar zugesagt, Zitat:
…Bezüglich des Titels der Tagung bin ich mit der Setzung des Ausrufezeichens einverstanden und stimme Ihnen in dieser eindeutigen Positionierung zur Gewaltfreiheit zu. Ich behalte mir aber vor, im weiteren Planungsverlauf einen Untertitel einzubringen….
Darauf anwortete der BPE und die-BPE am 23.11.2021:
Wir hatten in unserem Vorschlag [vom 18.9.2021] für eine Tagung/Kongress Gewaltfreie Psychiatrie von einer gemeinsamen Planung, Organisation und Durchführung von drei gleichberechtigten Partnern gesprochen. Wir möchten diesen Vorschlag nun so modifizieren:
Wir schlagen von unserer Seite vor, dass wir, der BPE + die-BPE, kooperieren und dann mit Ihnen, der Gesundheitssenatorin, paritätisch zusammenarbeiten, also beide Seiten ein Vetorecht haben. Wen Sie dann noch auf ihrer Seite z.B. als Berater oder Bevollmächtigte einbeziehen wollen, steht Ihnen selbstverständlich völlig frei. Wir sagen aber deutlich, dass wir die Hinhaltetaktik von den der DGSP verbundenen Vereinen und Institutionen für nicht wirklich hilfreich halten, wie wir in unserem Flugblatt deutlich gemacht haben, das wir Ihnen bei unserer Begegnung [am 11.11.2021] übergeben haben und nochmals anbei als pdf beifügen.

Sie schrieben dann am 20.1.2022:
…Daher ist für die Beteiligung der Gesundheitsbehörde an dieser Tagung die aktive Einbeziehung von Akteuren aus der psychiatrischen Versorgung in Bremen Voraussetzung. Diese aktive Beteiligung wäre dann auch verbunden mit einer inhaltlichen Ausrichtung, in der die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema der Gewaltfreien Psychiatrie vertreten wären.
Leider haben Sie in ihrem Schreiben vom 23.11.21 deutlich gemacht, dass Sie der Organisation der Tagung durch einen pluralistischen Kooperationsverbund nicht zustimmen werden. Ich muss Ihnen daher mitteilen, dass die Durchführung einer gemeinsamen Tagung unter den von Ihnen skizzierten Bedingungen für mich nicht in Frage kommt… „die aktive Einbeziehung von Akteuren aus der psychiatrischen Versorgung in Bremen [ist]Voraussetzung.“.
Genau das hatten wir angeboten – eine paritätische besetzte Vorbereitungsgruppe.

Jetzt wissen wir, was Sie tatsächlich wollen: Für Sie ist entscheidend, dass Sie und ihre psychiatrischen Helfershelfer uns hegemonial beherrschen können sollen und unsere Selbstbestimmung von allen möglichen Perspektiven und Meinungen in Zweifel gezogen werden können soll. Zu einer paritätischen Zusammenarbeit sind Sie entweder nicht in der Lage, aber vielmehr ist zu vermuten, dass es die nicht geben darf. Die Selbstbestimmung ist bei informed consent, wie er sonst in der Medizin Erwachsener verbindlich ist, unhinterfragbar. Aber sie wollen für eine gemeinsame Veranstaltung vorschreiben, dass Angehörige, Sozialarbeiter, Vormünder – irreführend beschönigend als „Betreuer“ bezeichnet, Richter, Pharmakologen, Quacksalber, etc. dabei mitmachen müssten. Das zur Bedingung einer Veranstaltung zu machen, in der es um die Selbstbestimmung der uns eigenen Körper und Seelen und unsere Würde geht, um nicht mehr ihrem Zwangs- und Gewaltsystem mit einem Folterregime ausgeliefert zu sein, ist nicht nur absurd, sondern infam. Sie haben genauso wenig von der grund-  und menschenrechlich geschützten Freiheit zur Selbstbestimmung verstanden, wie z.B. die Menschen, die meinen, eine Verheiratung müsse auch in Deutschland durch die Familie erzwungen werden können.

So wird Ihre Absage zu einer Demonstration ihrer psychiatrischen Ethik- und Moralvorstellungen, die nicht die der Medizin sind, sondern von patriarchalen Erwartungen der Unterwerfung und Entwürdigung unter die hegemoniale Herrschaft eines psychiatrischen Netzwerks geprägt sind. Diesem weltweite Racket, wie Max Horkheimer* solche Verflechtungen genannt hat, hat sich bei der Psychiatrie in der World-Psychiatric Association (WPA) gespannt. Ihm haben Sie sich offfensichtlich verpflichtet. Als eine „Verschwörung“ wird von dem Präsident deren Ethik-Ausschusses, Prof. Paul Appelbaum, phantasiert, wie die UN-BRK entstanden sei **: „Kurz gesagt, die Schuld liegt bei einem Entwurfsprozess, der von einigen der radikalsten Elemente der Patientenrechtebewegung gekapert wurde, ….“  So kann es nur bei dem Spitzenplatz der Psychiatrie-Gewalt nach Bremer Landesrecht bleiben.

Hochachtungsvoll
Sabine  Wieg                                                                   René Talbot und Uwe Pankow
(für den Vorstand des BPE)                                            (für den Vorstand von die-BPE)
——————————————
* Krankheit und Kriminalität – Die Ärzte- und Medizinkritik der kritischen Theorie, von Carl Wiemer: https://tinyurl.com/carlwiemer
**  World Psychiatry – Official Journal of the World Psychiatric Association (WPA,) Editorial Seite 1,  https://docs.wixstatic.com/ugd/e172f3_71d7c75219fb432c9cd2a13c304ec3de.pdf
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Vorgaben für Beiträge und Einträge in den BPE Veranstaltungskalender

Da es immer wieder Anfragen an den Webmaster zu Einträgen in den Veranstaltungskalender und für Beiträge gibt hier eine verbindliche Anleitung um unnötige Rückfragen zu vermeiden. Bitte immer zuerst ausführlich durchlesen bevor Anfragen gestellt werden. Diese Seite wird kontinuierlich aktualisiert. Stand 25.3.2022 

Veranstaltungen:

Jede Veranstaltung braucht genaue Mindestangaben in  Textform. Solange diese nicht geschickt werden, werden diese in Zukunft  nicht veröffentlicht bis alle Angaben vollständig sind.

  1. Alle nachfolgenden Angaben in einem zusammenhängenden Text direkt in HTML E-Mail Format oder einem anderen formatierten und kopierbaren Textdateiformat
  2. Titel
    Der Titel sollte das Thema der Veranstaltung enthalten und nicht zu lange sein
  3. Datum
    Bei mehreren Tagen die jeweiligen Daten und die Uhrzeit (s.u.) genau angeben
  4. Uhrzeit
    genaue Uhrzeit mit Beginn und Ende. 
  5. Ort
    die genaue Adresse mit Ort, PLZ, Straße und Hausnummer 
    bei einer Videkonferenz immer einen Link oder E-Mail angeben 
  6. Kosten
    Kostenlos oder nicht?
  7. Beschreibungstext
    Den Beschreibungstext bitte immer als Orginaldatei schicken und nicht nur als PDF. das PDF wird nur als Anhang akzeptiert und sollte wenn auch immer durchsuchbar sein und genau beschriftet
  8. Bild
    bitte immer nach ein Bild zu der Veranstaltung mitschicken, dass unter einer freien Lizenz wie CC0 steht
    https://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons#CC0
  9. Fotos aus den Textdokumenten und PDFs wie z.B. Fotos von Vortragenden bitte immer einzeln als JPG oder PNG schicken
  10. die Veranstaltungswünsche frühzeitig anmelden. Der Kalender wird normalerweise nur 1 bis 2 mal die Woche aktualisiert. Kurzfristige Anfragen können nicht immer berücksichtigt werden.
  11. Anfragen immer per E-Mail und an und Felix. 
  12. Bei Anmerkungen oder Fragen zu der Anleitung gerne eine E-Mail schreiben 
  13. Texte bitte durch eine automatische Rechtschreibprüfung vorher nochmal überprüfen wie z.B. mentor.duden.de

Beiträge:

Beiträge und Änderungswünsche bitte zunächst immer an Felix senden, falls er diese genehmigt und weiterleitet werden diese zeitnah umgesetzt.

 

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