Gedenkveranstaltung 06.09.2008 in Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen der Aktionskreises T4-Opfer nicht vergessen begrüße ich Sie recht herzlich.Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind, um gemeinsam der Opfer von Patientenmord und Zwangssterilisation in der Zeit des Nationalsozialismus zu gedenken.

Wir sind hier heute aber nicht nur zusammengekommen, um den Opfern ein ehrendes Andenken zu bewahren, sonder wir fordern nach wie vor die Gleichstellung der in den Tötungsanstalten ermordeten Patientinnen und Patienten mit den in den Konzentrationslagern ermordeten Menschen. Dies betrifft sowohl die Frage der individuellen Entschädigung als auch die Frage einer würdigen nationalen Gedenkstätte.

Nun zum heutigen Programm:
Das Vorprogramm wurde gestaltet von der Pinel-Trommelgruppe. Als nächstes wird uns Dr. Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte begrüßen. Wir hören dann einen Musikbeitrag des BPE-Kulturnetzwerkes.

Frau Prof. Dr. Limbach mußte leider wegen eines Auslandsaufenthaltes absagen., so dass wir als erstes das Referat der Ehrenvorsitzenden des BPE und Jahrhundertfrau (Das Buch über die Jahrhundertfrauen finden sie u. A. am Büchertisch) Dorothea Buck hören werden, die selbst in der NS-Zeit Opfer der Zwangssterilisation wegen der Diagnose Schizophrenie wurde. In Anschluß daran wird Staatssekretär Arndt das Gedenkwort von Herrn Hüppe für die Lebenshilfe, also für die Opfer mit geistiger Behinderung verlesen. Diese beiden Beiträge stehen mehr für den Blick zurück. Es folgt wieder ein musikalischer Beitrag des BPE-Kulturnetzwerkes. Danach werden wir den Beitrag von Helga Kühn-Mengel, der Patientenbeauftragten der Bundesregierung, hören, die sich der aktuellen Debatte der Opfergleichstellung widmen wird.

Nach einem Kurzem musikalischen Zwischenspiel werden wir uns mit dem Referat von Dr. Michael Wunder dem Blick nach vorn zu wenden. Als aktives Mitglied des Arbeitskreises zur Erforschung der NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisation ist Dr. Wunder auch mit den historischen Ereignissen sehr vertraut. Als Mitglied des Deutschen Ethikrates hat er aber auch ein waches Auge darauf, dass sich Geschichte nicht wiederholt. „Aus der Geschichte lernen“ und „der Schoß ist fruchtbar noch…!“ so könnte man den Tenor seines heutoigen Vortrages beschreiben.

Bevor ich nun Dr. Hanke die Gelegenheit zu seinem Grußwort geben, möchte ich aus der Mengen der Anwesenden einige Personen besonders begrüßen. Ich begrüße die Vertreter der Medien, die Schirmherrin des BPE e.V. und ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer, Herrn Dr. Montgomery als Vertreter der Bundesärztekammer, die wir nächsten Jahr auch zu den Mitveranstaltern zählen dürfen und Herrn Marquard, den Behindertenbeauftragten des Landes Berlin. Ich hoffe, dass ich in der Menge der Teilnehmer keine hochrangige Persönlichkeit übersehen habe, sollte dies doch passiert sein, bitte ich dies zu entschuldigen.

Ich bitte nun Herr Dr. Hanke um sein Grußwort.

Ruth Fricke
Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des BPE e.V.