Prof. Dr. med. Sebastian von Peter stellt den Beitrag von Dr. Martin Zinkler vor: Ohne Zwang – ein Konzept für eine ausschließlich unterstützende Psychiatrie

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und weitere Organe der Vereinten Nationen fordern aufgrund des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Convention on the Rights of Persons with Disabilities – CRPD) ein absolutes Verbot von Zwangsmaßnahmen und Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie. Daraus konzipieren die Autoren ein psychosoziales Hilfssystem, das nicht mehr wie bisher Unterstützung und soziale Kontrolle leistet, sondern ausschließlich individuelle Hilfsangebote macht. Soziale Kontrolle wird an die dafür zuständigen Behörden abgegeben, sei es an Polizei oder Justiz, die Unterstützung hingegen bleibt bei den psychosozialen Diensten und folgt dem Willen und den Präferenzen der betreffenden Person. Szenarien zum Umgang mit Gefährlichkeit, während einer stationären Behandlung, in Polizeigewahrsam und in Haft zeigen, wie eine solche Veränderung umgesetzt werden kann. Das damit gewonnene Vertrauen zwischen den psychosozialen Diensten und ihren Nutzern schafft günstige Voraussetzungen für bessere Behandlungsergebnisse.

Wenn es Fragen zu dem Thema an Dr. Martin Zinkler gibt, bitte in das Kommentarfeld unten schreiben.

Vortrag von Dr. Martin Zinkler als PDF

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BPE Online Jahrestagung: Irene Nennof-Herchenbach & Jana Burmeister Offener Dialog -Erfahrungen aus der Praxis

Programmübersicht

Offener Dialog ist eine Möglichkeit des Umgangs mit akuten psychosozialen Krisen. Der Offene Dialog gehört zu den aufsuchenden Hilfen, das heißt, wir kommen zu den Menschen nach Hause. Er basiert auf einem dialogischen Austausch zwischen allen, die die Krise (mit)erleben. Wir moderieren Gespräche zwischen Betroffenen, Familienangehörigen, Freunden, Bekannten, Kollegen und Menschen, die unterstützen können. Durch ein neues gegenseitiges Verstehen und ein Verständnis der Situation, entstehen individuelle Hilfen aus der Krise heraus. Meistens vereinbaren wir nach einigen Tagen ein Folgegespräch. Wir begleiten, solange die Krise andauert, anfangs gerne intensiv, später in größeren Abständen. Hierbei sind uns die Toleranz von Vielfalt, die Wahrung der Würde aller Menschen und ihrer Autonomie von besonderer Bedeutung. Offener Dialog ist effektiv, langfristig kostensparend und entspricht den UN-Menschenrechtskonventionen. In unserem Beitrag auf der BPE-Onlinejahrestagung wollen wir Euch an unseren Erfahrungen aus der  teilhaben lassen.

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BPE-Online Jahrestagung: Felix Henneberg Behandlungsmythen der etablierten Psychiatrie im Reality-Check

 

Programmübersicht

Vom dunkeln ins Licht: Behandlungsmythen der etablierten Psychiatrie im „Realitycheck“

In der Arbeitsgruppe Behandlungsmythen der etablierten Psychiatrie im „Realitycheck“ sammle ich erst mit Euch Erfahrungen und Schlagworte aus Behandlungserfahrungen im (Sozial-/) psychiatrischen System. Davon ausgehend stelle ich in einem Impulsreferat zentrale Schlagworte vor, die fast allen Psychiatrie Erfahrenen schon einmal zu Ohren gekommen sind und beleuchte Ihren Hintergrund:

 • Gibt es tatsächlich eine biochemische Disbalance im Gehirn, die zu Ver_rückheit also sogenannter psychischer Krankheit führt?

 • Was hat es auf sich mit der sogenannten Vulnerabilität, also der Verletzlichkeit/Anfälligkeit für psychische Krisen?

 • Ist die Einnahme von Psychopharmaka für die Person mit Psychiatrie Erfahrung tatsächlich so etwas wie das Insulin für eine Diabetes erkrankte Person? 

Im Anschluss diskutieren wir die gesammelten Ergebnisse und erarbeiten gemeinsam Kommunikations-Strategien. Der angestrebte Zweck des Workshops ist, dass die Teilnehmenden den Professionellen und Angehörigen gegenüber ihre eigenen, selbstbestimmten Bedürfnisse sicherer und erfolgreicher vermitteln können.

(angeboten von Felix Henneberg )


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